Die Maschinistenausbildung

Für einen Maschinisten bei der Feuerwehr reicht es nicht aus den für die jeweilige Fahrzeugklasse gültigen Führerschein zu besitzen und das Fahrzeug sicher bewegen zu können. Er muss auch die Feuerlöschkreiselpumpe, die Fahrzeugtechnik sowie zahlreiche Aggregate insbesondere auch in extremen Situationen sicher beherrschen. So werden in diesem Lehrgang der Aufbau und die Funktion der Feuerlöschkreiselpumpe, die richtige Bedienung der Tragkraftspritze und der Umgang mit Stromerzeugern, Lichtmasten und weiterer kraftbetriebener Geräte der Feuerwehr gelehrt.

 

Der Maschinistenlehrgang ist, neben dem gültigen Führerschein und einer gesonderten Fahrabnahme, Voraussetzung, Feuerwehrfahrzeuge zu fahren.

 

Der Lehrgang gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

 

Im theoretischen Teil werden die grundlegenden technischen und physikalischen Prinzipien gelehrt, die im Bereich der Pumpentechnik und der Stromerzeugung Anwendung finden. Auch der Umgang mit den Geräten und ihre Bedienung werden erläutert. Verkehrsrecht und die Nutzung von Sonder- und Wegerechten nach StVO sind im Unterricht ein ebenso wichtiges Thema. Hierbei sollen keine Verbote oder zu "halsbrecherischen Fahrmanöver" ambitioniert werden, sondern vielmehr eine Sensibilisierung auf das Extrem "Fahren unter Benutzung von Sondersignalen" erreicht werden.

 

Im praktischen Teil des Lehrgangs soll der sichere Umgang mit den eingesetzten Geräten gelernt und verinnerlicht werden, da nur einwandfrei funktionierende Geräte einen sicheren Einsatz gewährleisten. Insbesondere wird von den Ausbildern Wert darauf gelegt, dass die Lehrgangsteilnehmer nicht nur "Routinearbeiten" kennen, sondern auch in Extremsituationen Herr der Lage bleiben. So ist es wichtig, bei einem Fehler oder einem Ausfall eines Gerätes Rückschlüsse auf die Ursachen zu ziehen und diese beseitigen zu können. Man stelle sich vor, der Angriffstrupp befindet sich in einem brennenden Gebäude und plötzlich fällt die Pumpe aus. In diesem Fall muss der Maschinist schnell reagieren und die Ursache des Ausfalls, wenn möglich – sofort beseitigen.

 

Bei der Wasserförderung aus offenem Gewässer mit Wasserfortleitung über Lange Wegstrecke können die in der Theorie vermittelten physikalischen Grundlagen überprüft werden. So müssen die Lehrgangsteilnehmer in drei Arbeitsgruppen die Platzierung von Verstärkerkraftspritzen mittels topografischer Karte, Weg- und Höhenmessung im Gelände und Überschlagsrechnung nach Abgehen des Geländes ermitteln.

 

Die Prüfung zum Ende des Lehrgangs gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Hierbei müssen die Lehrgangsteilnehmer das Gelernte und ihr Können unter Beweis stellen. Die theoretische Prüfung umfasst einen Multiple-Choice-Fragebogen. Drei Stationen sind in der praktischen Prüfung zu durchlaufen.

 

Um den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen und der Fahrzeugtechnik zu gewährleisten, darf der Lehrgang nicht als einmalige Sache betrachtet werden. Um diese Kenntnisse immer parat zu haben, ist eine ständige Ausbildung im Ausbildungsdienst in den einzelnen Freiwilligen Feuerwehren notwendig.



Zugangsvoraussetzung

  • Erfolgreich abgeschlossene Truppmannausbildung gemäß FwDV 2
  • Eignung für den Feuerwehrdienst (ärztliche Bescheinigung)
  • Erfolgreich abgeschlossener Sprechfunkerlehrgang
  • min. Führerscheinklasse B